Self-Check · DORA · CH

DORA Self-Check (CH)

Strukturelle Reife, Produktdesign & Regulatorische Anschlussfähigkeit

10–15 Min Selbstprüfung DORA · Schweiz

Rechtsstand: 29. Juli 2026. Orientierungs-Selbstprüfung, keine Rechtsberatung. Regulatorische Vorgaben (u. a. AI Act, NIS2-Umsetzung, DORA-RTS/ITS) können sich ändern.

Was dieser Self-Check Ihnen zeigt

DORA-Readiness aus Schweizer Perspektive – Fokus auf ICT-Lieferketten und Finanzsektor.

KontextDORA (Digital Operational Resilience Act) · Finanzunternehmen & kritische ICT-Drittanbieter
Gewichtung★★ = doppelt, ★ = einfach
Fragen28
Bearbeitungszeitca. 10–15 Min.

Zweck & Einleitung

Dieser Self-Check dient als pragmatischer Spiegel, um einzuschätzen, wie resilient und strukturell belastbar Ihre Organisation im Sinne der Digital Operational Resilience Act (DORA) aufgestellt ist.

Der Check beleuchtet Personenabhängigkeit, Governance-Klarheit, Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen, Integration regulatorischer Anforderungen sowie operative ICT-Resilienz (Redundanz, Recovery, Third-Party-Management).

Wichtig

Kein offizieller Test, kein Scoring im regulatorischen Sinne, kein Benchmark. Ehrliche Selbsteinschätzung – idealerweise vor einem Audit oder Vorfall. ★★-Fragen werden in der Auswertung doppelt gewichtet.

Schweizer Setting · Vorab-Diagnose

DORA gilt unmittelbar nur für Finanzunternehmen mit Sitz in der EU. Schweizer Unternehmen sind in der Regel nicht direkt reguliert — aber über Verträge, Lieferketten und Audit-Klauseln häufig indirekt verpflichtet (Brussels Effect). Die folgenden drei Fragen helfen, Ihre Exposition vor dem operativen Self-Check einzuordnen:

Drei Fragen zur DORA-Exposition

  1. Sind Sie als Schweizer Unternehmen Anbieter von ICT-Diensten an Banken, Versicherungen, Asset Manager oder andere Finanzunternehmen mit EU-Sitz?
  2. Erhalten Sie von EU-Finanzkunden regelmässig DORA-orientierte Fragebögen, ICT-Risk-Assessments oder Anforderungen zu operativer Resilienz?
  3. Sind in Ihren Verträgen mit EU-Finanzkunden Audit-Rechte, Sicherheits-Klauseln, Pen-Test-Pflichten, Exit-Pläne oder Sub-Outsourcing-Vorschriften nach DORA-Standard verankert?

Wenn Sie eine oder mehr dieser Fragen mit Ja oder Tendenziell ja beantworten: Der folgende operative Self-Check ist für Sie relevant — die DORA-Anforderungen wirken auf Sie über vertragliche und marktwirtschaftliche Mechanismen, auch ohne direkte regulatorische Anwendbarkeit. Bei reiner Inland-Tätigkeit ohne EU-Finanzkunden ist der Self-Check zur Standortbestimmung weiterhin nützlich, die operative Dringlichkeit ist jedoch geringer.

Zuerst: Welcher Pfad gilt für Sie?

Pfad A — Finanzunternehmen (Art. 2 DORA): DORA gilt unmittelbar. Für Schweizer Unternehmen selten der Fall — meist nur über eine EU-Niederlassung/Tochter.
Pfad B — ICT-Dienstleister eines Finanzunternehmens (der Regelfall in der Schweiz): DORA verpflichtet nicht Sie unmittelbar, sondern Ihren Kunden. Lesen Sie die Fragen als „Was erwartet mein DORA-pflichtiger Kunde vertraglich von mir?" — Audit-Rechte, Informations-/Meldepflichten, Subcontracting, Exit. Nur förmlich als kritisch benannte ICT-Drittdienstleister unterliegen zusätzlich dem besonderen EU-Oversight-Framework.
Der Fragebogen ist an Pfad A orientiert; als CH-Dienstleister nutzen Sie ihn als Spiegel der vertraglich auf Sie zukommenden Anforderungen.

Antwortoptionen

Ja · 2

Vollständig und belastbar umgesetzt, dokumentiert, gelebt und erprobt

Teilweise · 1

Vorhanden, aber lückenhaft, personenabhängig oder ungetestet

Nein · 0

Nicht oder kaum vorhanden

n/a · –

Nicht anwendbar (wird bei der Berechnung ignoriert)

Fragebogen

Klicken Sie für jede Frage auf Ja, Teilweise, Nein oder n/a. Die Auswertung erfolgt automatisch nach der letzten Frage. ★★-Fragen werden doppelt gewichtet.

Fortschritt 0 / 28
0 % beantwortet
A. Wissen & Abhängigkeiten
01
Gibt es kritisches Wissen zu ICT-Systemen, Risiken oder regulatorischen Pflichten, das nur einzelne Personen vollständig überblicken? ★★
Umkehrfrage: Nein = gut (2 Punkte), Ja = schlecht (0 Punkte)
02
Können zentrale Entscheidungen auch ohne diese Personen nachvollzogen und fortgeführt werden? ★★
03
Ist dokumentiert, wer was warum entscheidet – unabhängig von einzelnen Personen?
B. Rollen & Verantwortlichkeiten
04
Sind Rollen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsbefugnisse im ICT-Risikomanagement klar definiert und allen bekannt? ★★
05
Wissen Teams genau, wann sie selbständig entscheiden dürfen – und wann Eskalation erforderlich ist?
06
Gibt es funktionierende und erprobte Vertretungsregelungen für Schlüsselrollen? ★★
C. Entscheidungslogik
07
Lassen sich wichtige Entscheidungen auch Monate später eindeutig erklären? ★★
08
Gibt es eine einheitliche, dokumentierte Logik zur Bewertung und Priorisierung von ICT-Risiken? ★★
09
Würden externe Prüfer/Aufsichtsbehörden die Entscheidungswege ohne grosse Nachfragen verstehen?
D. Schnittstellen & Umsetzung
10
Werden zentrale DORA-Anforderungen (Incident-Reporting, ICT-Drittanbieter-Management, Risikobewertung) aktiv in täglichen Prozessen gelebt? ★★
11
Werden kritische ICT-Drittanbieter und Lieferanten regelmässig überprüft und bewertet – auch wenn aktuell keine Probleme erkennbar sind? ★★
E. Skalierung & Resilienz
12
Könnten zentrale Verantwortlichkeiten geordnet und ohne Wissensverlust übergeben werden? ★★
13
Kann die Organisation auch bei Ausfall einzelner Schlüsselpersonen stabil weiterarbeiten (keine kritische Abhängigkeit von einzelnen Wissensträgern)? ★★
F. Produktdesign & Regulierung
14
Wurde systematisch geprüft, welche DORA-Anforderungen relevant sind?
15
Sind regulatorische Anforderungen bereits im Produkt- und Systemdesign verankert? ★★
16
Ist dokumentiert, warum Anforderungen bewusst (nicht) umgesetzt wurden?
17
Sind Produktentscheidungen systematisch mit Governance- und Risikobewertungen verknüpft? ★★
18
Gibt es einen klaren Prozess für den Einfluss regulatorischer Änderungen ins Design?
19
Kennen Produkt-, Engineering- und Business-Teams die regulatorischen Leitplanken?
20
Würde ein externer Prüfer erkennen, dass Resilienz integraler Bestandteil des Designs ist?
G. ICT-Redundanz & Recovery
21
Gibt es redundante ICT-Kapazitäten für kritische Komponenten (z. B. geografisch getrennt)? ★★
22
Sind Backups regelmässig erstellt, getestet und getrennt gespeichert? ★★
23
Existiert ein getesteter Disaster-Recovery-Plan (mit definierten RTO/RPO) für Rechenzentrum/Cloud-Ausfall? ★★
24
Gibt es ein dokumentiertes Mapping der kritischen Geschäftsprozesse und der ICT-Assets/Drittanbieter, die sie unterstützen? ★★
25
Ist das Sicherheitskonzept dokumentiert und mehreren Personen bekannt? ★★
26
Könnte bei Ausfall eines Schlüssel-IT-Mitarbeiters das System sicher weiterbetrieben werden? ★★
27
Ist die Architektur (Cloud, Multi-Cloud, Edge) hinsichtlich Redundanz bewertet und dokumentiert?
28
Werden Business-Continuity-Pläne mindestens jährlich getestet (inkl. Cyber-Szenarien)? ★★

Ihr Ergebnis

Wichtige Begriffe

ICTInformation and Communication Technology – umfasst die gesamte digitale Infrastruktur (Hardware, Software, Cloud, Netzwerke), auf der der Geschäftsbetrieb basiert.
RTORecovery Time Objective: Maximale akzeptable Ausfallzeit eines Systems/Prozesses.
RPORecovery Point Objective: Maximal akzeptabler Datenverlust.
Third-PartyICT-Drittanbieter: externe Dienstleister wie Cloud-Provider, Outsourcing-Partner oder SaaS-Anbieter.

Digitale Resilienz ist kein Zustand, sondern eine Praxis. Die entscheidende Frage ist nicht, ob etwas schiefgeht – sondern ob Ihre Strukturen standhalten, wenn es passiert.

Zum passenden Format: Regulation in a Box → Vorbereitung anfragen →

Wissen prüfen

Möchten Sie Ihr Wissen zu diesem Thema testen? Die folgenden Quiz- bzw. Lernkarten-Sets decken den Stoff dieses Stücks ab — jeweils mit Erklärung nach jeder Antwort bzw. Aufdeck-Logik.

Quiz Teil 1 · Kategorie 2

10 Fragen zu DORA — Wissensbasis vor dem Self-Check.

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