Swiss Room · Einordnung

Digital Fitness Check

Digital Fitness Check

10–15 Min Einstieg Digitalisierung

Was dieser Artikel Ihnen zeigt

Was Digital Fitness für KMU bedeutet – und wie Sie den Stand Ihres Unternehmens einschätzen.

Digital Fitness Check

Was 2026–2028 auf KMU zukommt

Kernaussage
2026 = Transparenz. 2027 = harte Pflichten. 2028 = Nachhaltigkeit. Die EU überprüft derzeit den kumulativen Effekt ihrer Digitalgesetze – gleichzeitig werden die wichtigsten Pflichten wirksam. Wer den Zeitplan kennt, kann planen.

Was ist der Digital Fitness Check?

Die EU-Kommission führt parallel zum Digital Omnibus einen sogenannten Digital Fitness Check durch: Eine Bewertung, welche kumulativen Effekte, Überschneidungen und Belastungen das EU-Digitalrecht für Unternehmen erzeugt. Die öffentliche Konsultation lief bis 11. März 2026. Der Abschlussbericht wird im Q1 2027 erwartet.

Der Fitness Check ändert keine Gesetze – er informiert künftige Gesetzgebung. Für KMU ist er ein Signal: Die EU hat erkannt, dass die kumulativen Compliance-Lasten erheblich sind.

1. 2026 – Transparenz & Konsolidierung

Q1–Q2 2026

Digital Fitness Check Bericht: Überlappungen & Belastungen im EU-Digitalrecht werden dokumentiert

AI Act Transparenzpflichten treten in Kraft: KI-Systeme kennzeichnen, synthetische Inhalte deklarieren

Q3–Q4 2026

GDPR-Feinjustierung durch den Digital Omnibus wirksam

Erhöhte Aufsicht durch Datenschutzbehörden in mehreren EU-Mitgliedstaaten

Impact für KMU in 2026 Mehr Dokumentation. Klare Prozesse für KI-Einsatz. Evidenzpflichten bei Datenschutz. Wer jetzt Inventare aufbaut (KI-Systeme, Drittanbieter, Datenflüsse), spart 2027 erheblich.

2. 2027 – Das Jahr der harten Pflichten

Januar 2027Cyber Resilience Act Phase 1: SBOM-Pflicht, Secure-by-Design, CVD-Prozesse für Softwarehersteller.
August 2027AI Act Hochrisiko-Systeme verpflichtend: Konformitätsverfahren, Logging, Human Oversight.
Ende 2027Data Act vollständig wirksam: Datenzugangsrechte, Cloud-Switching, B2B-Datenteilung.
Impact für KMU in 2027 Softwarehersteller müssen SBOM und Schwachstellenprozesse belegen. Anbieter von High-Risk-KI brauchen Konformitätsnachweise. Cloud-Kunden können Switching verlangen. Das sind strukturelle Änderungen, keine Papierpflichten.

3. 2028 – Nachhaltigkeit & Monitoring

Frühjahr 2028CRA Phase 2: Marktüberwachung beginnt. Produktkonformität wird aktiv geprüft.
Ab 2028CSRD: Tech-KMU durch Lieferketten indirekt berichtspflichtig. ESG-Nachweise werden eingefordert.
Impact für KMU in 2028 Wer in Lieferketten von CSRD-pflichtigen Unternehmen tätig ist, wird ESG-Fragebögen beantworten müssen. Frühzeitige Vorbereitung reduziert den Aufwand erheblich.

Die drei Phasen im Überblick

2026 = TransparenzKI-Systeme kennzeichnen. Datenschutzprozesse verschärfen. Inventare aufbauen.
2027 = RegulierungCRA-Konformität. AI-Act-Hochrisiko. Data-Act-Umsetzung.
2028 = NachhaltigkeitMarktüberwachung. ESG-Nachweise in Lieferketten.
Was bedeutet das für mich? 1. 2026: KI-Inventar aufbauen, Datenschutzprozesse auf Digital-Omnibus-Stand bringen. 2. 2027: Wenn Sie Software oder Hardware mit digitalen Elementen herstellen – jetzt mit CRA-Vorbereitung beginnen. 3. 2028 kommt schneller als es aussieht: Wer CSRD-pflichtige Großkunden hat, wird schon 2026/27 nach ESG-Daten gefragt werden.

Dieser Leitfaden ersetzt keine Rechtsberatung.

Weiter vertiefen

← Alle Einordnungen